Horror für alle Bodybuilder & Fitnessfreaks! Fitnessstudios wegen Corona Virus geschlossen!

Die Welt kennt nur noch ein Thema, nämlich den neuen Corona-Virus, der das öffentliche Leben zum Erliegen gebracht hat. Geschäfte sind geschlossen, Theater, Kinos, Schwimmbäder und Fitnessstudios dicht. Eine Katastrophe für Bodybuilder, die das regelmäßige Training wie die Luft zum Atmen brauchen und nun vor ungeahnten Problemen stehen.

Coronavirus: Fitnessstudios geschlossem – Problem für Bodybuilder & Fitnessfreaks

Die Nachrichten sind voller Warnungen und Menschen, die nur eine leichte Allergie mit Fließschnupfen haben, werden von der Gesellschaft ausgegrenzt. Die Angst ist groß und das alles nur, weil auf die Darstellungen der Medien offenbar mehr Wert gelegt wird als auf die der Experten. Dennoch: Alle raten zu größtmöglicher Vorsicht, denn unser Gesundheitssystem ist auf einen Ansturm schwerst behandlungsbedürftiger Patienten nicht eingerichtet.

Für alle Freizeitsportler ist es zwar unschön, nicht mehr ins Fitnessstudio zu dürfen, doch sie finden andere Wege: Das Laufband steht zu Hause, der Ergometer wird öfter als sonst genutzt. Angesichts dessen, dass es nun wieder wärmer wird, lockt auch die freie Natur zum Joggen oder Radeln.

Was aber ist mit Bodybuildern, Profi-Sportlern und Fitnessfreaks? Wie sollen sie diese Zeit, in der sie nicht wie gewohnt trainieren dürfen, überstehen? Gerade Bodybuilder haben sich nicht nur mit immer schwerer werdenden Gewichten abgemüht, sondern auch auf teils verbotene Steroide gesetzt. Einige haben vielleicht mit Clenbuterol, anderen mit Insulin trainiert. Wieder andere haben auf eine Anapolon Kur gesetzt, um in möglichst kurzer Zeit so viel wie möglich trainieren zu können. Alles ist auf Muskelwachstum ausgerichtet. Und nun das! Die Einnahme der verbotenen Substanzen und Anabolika scheint vor dem jetzigen Hintergrund beinahe umsonst gewesen zu sein, denn wenn das Training nicht fortgeführt werden kann, helfen auch diese Mittel nichts. Wohl denjenigen, die sich mit nicht verbotenen Anabolika wie Trentostan-M beim Training unterstützt haben, denn diese können nun einfach ausgesetzt werden. Dies bleibt ohne Folgen, es schwinden keine Muskeln und die persönliche Leistung leidet nicht. Wer jedoch auf verbotene Anabolika und Mittel wie Clenbuterol oder Insulin gesetzt hat, gehört theoretisch zur Corona-Risikogruppe. Der Grund: Diese und andere Steroide erhöhen das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Liegt eine solche Erkrankung bereits vor, ohne dass sie diagnostiziert wurde, erhöht sich das Risiko für einen Herzinfarkt bei der Infektion mit Coronaviren. Diese können nämlich bei Menschen mit Vorerkrankungen zu schweren Krankheitsverläufen führen.

Was ist eigentlich Corona?

Dank der Präsenz in den Medien mag der Coronavirus vielleicht bisher unbekannt gewesen sein. Doch momentan dürfte er der meistbekannte Virus sein, wenn auch nur dem Namen nach. Der Virus SARS-CoV-2 trat Ende 2019 in China das erste Mal auf und verursachte dort hohe Krankheitszahlen. Er gehört zu den Coronaviren, ist aber nicht mit dem MERS-Coronavirus zu verwechseln. Letzterer ist schon längere Zeit bekannt und tritt vor allem auf der Arabischen Halbinsel auf. Er wird vorrangig durch Dromedare auf den Menschen übertragen.

Der hierzulande grassierende Coronavirus aber wird von Mensch zu Mensch übertragen, was hauptsächlich per Tröpfcheninfektion vonstattengeht. Die Viren sind in den Schleimhäuten vorhanden, vermehren sich im oberen Rachenraum. Einmal Husten, einmal niesen und schon sind die Viren überall verbreitet. Damit ist der Virus mit der Influenza vergleichbar. Das gilt auch für die Symptome, die hauptsächlich bei einer Infektion auftreten. Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Fieber, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen, teilweise Übelkeit und selten Durchfall – so zeigt sich der Coronavirus. Für einen Laien sind die Symptome nicht von der Grippe zu unterscheiden, dies erklärt auch die hohe Zahl der Dunkelziffer. Experten schätzen, dass diese um ein Vielfaches höher liegt als die veröffentlichten Zahlen von infizierten Menschen, denn bei Letzteren handelt es sich nur um die getesteten und bestätigten Fälle.

Wer sich jedoch nicht wohlfühlt und ein wenig fiebert, geht nicht zwingend direkt zum Arzt, sondern kuriert sich zu Hause aus. Dass dabei das Coronavirus und keine Influenza zugeschlagen hat, werden viele Menschen nie erfahren.

Problematisch wird es überhaupt erst, wenn sich weitere Symptome zeigen und die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt. Bisher wird angenommen, dass vier von fünf Krankheitsverläufen mild sind. Die übrigen sind meist durch Vorerkrankungen belastet, was die Auswirkungen des Virus deutlich verstärkt. Es droht eine Lungenentzündung, die namentlich als COVID-19 bezeichnet wird. Genau diese ist es auch, die für Menschen mit Vorerkrankungen, mit einer Immunschwäche oder für Personen ab 50 Jahren zum Problem werden kann. Gleichzeitig sind die Kliniken nicht mit genügend Beatmungsgeräten ausgestattet, um all diese Patienten wie nötig versorgen zu können.

Daher hat die Bundesregierung entsprechend der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sowie weiterer Einrichtungen beschlossen, Deutschland „herunterzufahren“. Das öffentliche Leben (und die Wirtschaft) wird zum Erliegen gebracht, das neue Wort des Social Distancing hat Einzug gehalten. Dahinter steckt, dass sich Menschen nicht mehr treffen sollen bzw. dass soziale Kontakte so weit wie möglich eingeschränkt werden müssen. Dies hat nun auch die Sportler und Bodybuilder getroffen, die kein Fitnessstudio mehr aufsuchen dürfen.


Kurze Chronologie der Trauer für Bodybuilder und Fitnessfreunde

Schon gegen Ende der Woche vom 9. März 2020 waren Spekulationen laut geworden, bei denen es um die Schließung öffentlicher Einrichtungen ging. Berlin war schnell dabei und schloss flugs die Theater und Konzerthallen. Internationale Künstler sagten ihre Konzerte ab oder spielten vor leeren Rängen, um das Konzert dann per Livestream zu übertragen. Doch am Samstag, den 15. März 2020 kam es zum Super-GAU und all das harte Training, die Einnahme von Anabolika oder nicht verbotenen Substanzen, um die Leistung beständig zu erhöhen, war umsonst gewesen. Die Fitnessstudios schlossen! Dies ging sogar Schlag auf Schlag:

18:05 Uhr
Der Berliner Senat beschloss, dass alle öffentlichen und nicht öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen abzusagen seien. Für kleinere Veranstaltungen musste eine gute Begründung her, außerdem sollte eine Anwesenheitsliste geführt werden. Von dem Verbot betroffen waren schon jetzt auch staatliche und private Sportstätten und damit auch Fitnessclubs und Sportvereine.

21:03 Uhr
Schleswig-Holsteins Regierung zog nach und beschloss, dass ab sofort alle Fitnessstudios zu schließen seien. Diese konnten sich nicht widersetzen, galt doch die Anweisung der Landesregierung als maßgeblich.

22:38 Uhr
McFit war eine der ersten Fitnessketten, die auf die Schließungen reagierten. Sie erklärten, dass die betroffenen Mitglieder die verlorene Zeit am Ende der Mitgliedschaft beitragsfrei nachholen könnten. Außerdem wurden bis auf Weiteres die Home Work-outs freigeschaltet, sodass die Sportler zu Hause trainieren könnten.

Alle ziehen nach
Schnell zogen andere Fitnessstudios nach bzw. kamen der Aufforderung der Stadtväter oder der Landesregierungen nach. Die Fitnessstudios wurden geschlossen. Bereits am Sonntag waren es zum Beispiel außer den genannten auch die Studios in Jena und Hamburg, spätestens ab Mittwoch, 18. März 2020, sollen die Studios bundesweit geschlossen werden.

Die getroffenen Regelungen sollen vorerst bis zum 19. April 2020 gelten. Die Verantwortlichen wählten den Zeitpunkt, weil sich daraus eine vierwöchige Schließung ergab. Zweimal die Inkubationszeit von 14 Tagen soll voraussichtlich ausreichen, um die Infektionsgeschwindigkeit zu reduzieren und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Bleibt abzuwarten, was nach diesem magischen Datum passieren wird.

 

Alles rund ums Geld: Was passiert mit den Mitgliedsbeiträgen?

Fit zu sein und zu bleiben, kostet jede Menge Geld. Die Beiträge für Fitnessstudios sind nicht gerade günstig, dazu kommen die Kosten, die für die Einnahme von Steroiden (erlaubt oder nicht erlaubt) anfallen. Nun ist es eine logische Konsequenz, dass die Bodybuilder und Fitnessfreaks wissen wollen, was mit den Mitgliedsbeiträgen passiert. Zahlen sie jetzt fürs Gym, auch wenn sie keinen Nutzen davon haben?

Die Gesetzeslage ist hier eindeutig: Es gilt immer „Leistung gegen Gegenleistung“, was wiederum bedeutet, dass Mitgliedsbeiträge nur gezahlt werden müssen, wenn auch das Training möglich ist. Wie oben bereits erwähnt, hat McFit bereits eine Lösung dafür gefunden und bietet das kostenlose Weitertrainieren nach dem Ende der Mitgliedschaft an. Zumindest so lange, bis die Zeit der Schließung der Fitnessstudios abgegolten ist.

Die Forderung vieler Sportler, dass die Mitgliedsbeiträge einfach zurückgezahlt werden sollten, kann viele Anbieter schnell in Bedrängnis bringen. Vor allem kleine Fitnessstudios haben dann ein Problem, denn sie müssen ihre eigenen Kosten auch in der Zeit der Schließung tragen. Angestellte müssen entlohnt, Mieten bezahlt werden. Teilweise sind Sportgeräte abzuschreiben, weitere Betriebskosten und Versicherungsbeiträge laufen auf. Verständnis vonseiten der Sportler ist hier gefragt. Sie können ihre Mitgliedsbeiträge erst einmal unter Vorbehalt zahlen, wofür nur ein einfacher Vermerk auf dem Überweisungsträger nötig ist. Sie können auch den Betreiber des Studios ansprechen und eine individuelle Lösung finden.
Ansonsten gelten diese Regelungen, die nun von den verschiedenen Fitnessketten veröffentlicht wurden:

McFit
Das beitragsfreie Trainieren über die Dauer der Mitgliedschaft hinaus wird angeboten, außerdem ist das Training zu Hause ohne Mehrkosten möglich. Für Bodybuilder, die daheim keine komplette Kraftsportausrüstung haben, dürfte es aber auch mit diesem Angebot schwer bleiben, den aktuellen Trainingszustand zu halten.

Kieser Training
Die Kunden erhalten Zeitgutschriften, was ähnlich wie bei McFit funktionieren soll. Dies gilt aber nur, wenn sie in einem Studio angemeldet sind, das sich auch im Besitz des Unternehmens befindet. Studios, die nur eine Lizenz haben, bekommen zwar die Empfehlung, ähnlich zu verfahren. Vorgeschrieben werden kann ihnen diese Verfahrensweise aber nicht, die Entscheidung dazu liegt letzten Endes beim Betreiber des Studios und damit beim Lizenznehmer.

FitX
FitX arbeitet nach dem Vorbild von McFit, was den Umgang mit den zu viel gezahlten und nicht genutzten Mitgliedsbeiträgen angeht. Onlinekurse zur Überbrückung der Schließzeiten sind in Planung.

Fitness First
Die Kunden können eine Gutschrift über ihre zu viel gezahlten Beiträge bekommen. Sie haben aber auch die Möglichkeit, die Trainingszeit anders zu nutzen: Ist diese bereits gezahlt und werden die Beiträge nicht erstattet, darf in dieser Zeit ein Freund trainieren. Möglich ist auch die Umwandlung des Mitgliedsbeitrags in ein höherwertiges Angebot. Welche Option tatsächlich beansprucht werden kann, hängt individuell vom jeweiligen Studio ab und muss dort erfragt werden. Dazu werden Trainingstipps für verschiedene Work-outs online über die Social Media Kanäle abgerufen werden.

FT-Club, Elements und Injoy
Aciso ist der Franchisegeber für diese drei Fitnessketten und er sieht keine Möglichkeit, eine allgemeingültige Verfügung über den Umgang mit der Krise darzustellen. Die Lösungen sollen individuell getroffen werden, wobei die jeweiligen Inhaber der Unternehmen die Entscheidungen fällen sollen. Die Beiträge, die zu viel gezahlt wurden, sollen in zusätzliche Trainingszeiten umgewandelt werden. Auch andere Verwendungen sind laut Unternehmenssprechern denkbar, so können zum Beispiel auch Verzehrgutscheine ausgegeben werden. Bis zur erneuten Öffnung der Studios können Online-Angebote genutzt werden.