Ephedrin: Verbotene Substanz zum Muskelaufbau

Ephedrin gilt als das wohl am häufigsten verwendete Dopingmittel im Kraftsport. Der Stoff, der eigentlich zur Behandlung von Asthma oder chronischer Bronchitis aufgrund seiner Bronchien erweiternden Funktion verwendet wurde, gilt heute als Dopingmittel und ist im Sport verboten. Dennoch schwören viele Bodybuilder auf Ephedrin.

Ephedrin und seine Geschichte

Einst war Ephedrin ein frei verkäufliches Mittel im Kampf gegen Schnupfen und Bronchitis. Doch es wurde viel zu häufig missbraucht und als Fatburner und Dopingmittel verwendet. Die Folge: Es wurde im Jahr 2001 vom Markt genommen und ist sehr nur noch in verschreibungspflichtigen Medikamenten enthalten. Hundehaltern dürfte der Begriff Caniphedrin geläufig sein. Dieser Wirkstoff wird zur Behandlung einer Harninkontinenz bei Hündinnen eingesetzt.

 

Diese tritt häufig auf, wenn die Hündinnen kastriert worden sind. Mit Caniphedrin lässt sich die Inkontinenz häufig gut behandeln. Allerdings können Hundehalter kein Caniphedrin kaufen, denn das Mittel muss vom Tierarzt verschrieben werden.

 

Zurück zur Geschichte des Ephedrins: Bekannt sein dürfte Ephedra, die eine der ältesten bekannten Heilpflanzen ist. Im chinesischen Sprachraum ist die Pflanze als Ma Huang bekannt und wird dort schon seit rund 6000 Jahren zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und Erkältungen eingesetzt. Experten gehen davon aus, dass sogar schon die Neandertaler auf dem Gebiet des heutigen Irak Ephedra verwendet haben, was immerhin rund 30.000 Jahre her ist. Immer waren es medizinische Zwecke, zu denen die Pflanze und ihr Wirkstoff verwendet worden sind.
Die Mormonen verwendeten Tee aus der Ephedra-Pflanze, um eine stimulierende Wirkung zu erhalten. Diese war mit dem heute bekannten Koffein vergleichbar. Eine Isolation des tatsächlich wirksamen Stoffs in der Pflanze gelang im Jahr 1887 dem Chemiker N. Nagai aus Japan.

 

Ab ca. 1920 wurde Ephe auch in der westlichen Welt eingesetzt, als es von Carl Frederic Schmidt wiederentdeckt worden war. Hier kam es im Kampf gegen Schnupfen und geschwollene Schleimhäute zum Einsatz. Allerdings wurden immer wieder teils schwere Nebenwirkungen festgestellt. Außerdem galt es schon bald als abhängig machend, was die Verwendung des Wirkstoffs in die Kritik brachte. Damals war es die Firma E. Merck, die eine synthetische Form des Ephedrins als „Ephetonin“ auf den Markt brachte.

Dass Ephedrin nicht mehr erhältlich ist, gilt nicht nur für den deutschen Sprachraum, sondern auch für viele andere Länder. Der Wirkstoff geriet durch die Nebenwirkungen, die mehrere Tote verursachten, in herbe Kritik. Als erkannt wurde, dass die Substanz durch andere Wirkstoffe ersetzt werden kann, ging die Forschung diesen Weg weiter und suchte nach Alternativen, die beispielsweise durch Pseudoephedrin gefunden wurden.

 

 

Die Wirkung von Ephedrin

 

Ephedrin (oder Efedrin) hat sich nicht nur durch seine Verwendung im Kampf gegen Erkältungen und zur Erweiterung der Bronchien einen Namen gemacht. Auch als Appetitzügler und Hilfsmittel bei der Steigerung der Fettverbrennung wurde Ephedrin bekannt und sehr geschätzt. Noch heute wird das Mittel zum Beispiel bei der Behandlung von niedrigem Blutdruck oder für die Anregung der Herztätigkeit eingesetzt.

Die Wirkung des Ephedrins basiert darauf, dass mit diesem sogenannten Sympathomimetikum die Rezeptoren (Alpha und Beta) angeregt werden. Es kommt zur deutlich erhöhten Ausschüttung von Noradrenalin. Das zentrale Nervensystem wird stimuliert, außerdem wirkt (1R,2S)-2-Methylamino-1-phenylpropan-1-ol auf das Herz-Kreislauf-System und auf die körpereigene Thermoregulation. Der Körper wird sozusagen auf Hochtouren gebracht, was Kalorienverbrauch und Fettverbrennung anregt. Auch der Harn- und Verdauungstrakt wird von Ephedrin beeinflusst.

Genauso wie Pseudoephedrin wird Ephedrin über den Magen und den Dünndarm aufgenommen. Von hier aus gelangt die Substanz ins Blut. Es handelt sich um eine sogenannte adrenerge Substanz, das heißt, dass damit die Adrenorezeptoren angesprochen und stimuliert werden. Efedrin spricht somit nicht die Dopaminrezeptoren an, wie das bei der Einnahme von Amphetaminen der Fall ist. Das sympathische Nervensystem, das mit Ephedrin angeregt wird, ist eigentlich für ein Fluchtverhalten zuständig und regelt das Verhalten bei einem Angriff. Der Körper wird durch die Einnahme von Ephedrin sozusagen in einen Fluchtmodus versetzt und damit deutlich leistungsfähiger. Die Gefäße der Haut verengen sich, die Schleimhäute und Eingeweide ebenso. Bronchien und Skelettmuskulatur aber werden erweitert.

 

 

Die Ausscheidung von Ephedrin wird über die Niere vorgenommen, die Leber ist für den Abbau des Wirkstoffs aus dem Körper zuständig.

Wer Ephedrin kaufen möchte, sucht nach einem Kick: Der stimulatorische sowie der Fett abbauende Effekt von Ephedrin liegt auf der Hand. Adrenalin und Noradrenalin werden bei der Einnahme entsprechender Mittel freigesetzt, die Kraftsteigerung kann angeblich zwischen 5 und 15 Prozent betragen. Daher ist Ephedrin im Bodybuilding auch so beliebt, denn die Sportler fühlen sich fit, leistungsfähig und ausdauernd. Chemisch gesehen ist Ephedrin eng mit Speed verwandt, der im Partyleben bekannten Droge, die die Konsumenten nächtelang durchtanzen lässt. Bei der Einnahme von Ephedrin zeigt sich ein ähnlicher Effekt: Der Sportler wird unruhig und hat das Gefühl, dass er unbedingt etwas tun muss.

Er will trainieren und das am besten ohne Pause. Im Bodybuilding wird gern davon berichtet, dass Ephedrin dazu führt, dass jemand zu einem wahren Berserker wird, der erst nach Hause geht, wenn gar nichts mehr geht. Ephedrin sorgt dafür, dass der normalerweise übliche Kräfteverfall nicht einsetzt. Gleichzeitig hat der Athlet keinen Hunger und kommt mit einer geringeren Kalorienzufuhr aus. Er kann dennoch seine Trainingsgewichte halten oder steigert sie sogar noch. Geht es im Bodybuilding darum, Magermasse zu erhalten, ist Ephedrin eine perfekte Lösung. Dass diese Lösung nicht eben der Gesundheit zuträglich ist, wird dabei allerdings gern übersehen.

 

 

Bei der Einnahme von Ephedrin fühlen sich die Bodybuilder somit im höchsten Maße kräftig und fit, was auf die anabole Wirkung der Substanz zurückzuführen ist. Durch die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin bei der Einnahme von Ephedrin wird das Schilddrüsenhormon T4, welches als eher wirkungsschwach gilt, in das Hormon T3 umgewandelt. Dieses ist bedeutend wirkungsstärker und sorgt dafür, dass der Fettabbau angeregt wird. Gleichzeitig wird die Eiweißsynthese gesteigert. Genau das ist es, was eine anabole Wirkung ausmacht!

Allerdings: Ephedrin vermag es nicht, Muskelmassen aufzubauen, wie das bei Steroiden der Fall ist. Der anabole Effekt, der bei Ephedrin festzustellen ist, fällt vergleichsweise mild aus. Kenner berichten von einem Kilogramm Muskelmasse mehr, wobei der Zeitraum der Beobachtung auf sechs Monate festgelegt war. Ephedrin und Caniphedrin sind daher keine Alternativen zu wirklichen Steroiden.

Die Gründe für die Wirksamkeit von Ephedrin sind daher:

  • schnellere Fettverbrennung durch Ankurbeln der Thermogenese
  • Hemmung des Appetits
  • starke Erhöhung des Trainingspensums möglich
  • Erhalt und Aufbau von Muskelmasse
  • Steigerung der Eiweißsynthese durch Umwandlung von T4 zu T3

 

Hobbysportlern sei jedoch unbedingt von der Einnahme von Ephedrin abzuraten. Auch wenn sich viele angesichts der Verschreibungspflicht als findig erweisen und auf Caniphedrin ausweichen, um das Mittel zu bekommen, kann Ephedrin doch schwere Nebenwirkungen haben. Immerhin wurden entsprechende Medikamente nicht umsonst vom Markt genommen. Das Risikopotenzial ist hoch, daher ist vor der Einnahme unbedingt das Aufsuchen eines Arztes empfehlenswert. Dass dieser im Sinne der Gesundheit von der Einnahme abraten wird, ist aber klar. Wer dennoch Ephedrin kaufen möchte, muss somit andere Lösungen finden. Diese gibt es durch den Tierarzt, wo sich Caniphedrin kaufen lässt oder auf dem Schwarzmarkt.

 

Frühere Anwendungsgebiete von Ephedrin

 

Wer heute Ephedrin kaufen möchte, wird in der Apotheke abgewiesen. Vor rund zwanzig Jahren sah das aber noch anders aus, da war das Mittel frei verkäuflich und wurde vor allem zur Behandlung von Asthma eingesetzt. Hier galt das Alkaloid aus der Gruppe der Phenylethylaminesogar als Standardmedikament. Auch bei der Behandlung von zu niedrigem Blutdruck, bei starker Fettleibigkeit oder Fettsucht sowie bei Narkolepsie wurde Ephedrin verwendet. Sogar als Partydroge war Ephedrin auf dem Markt zu finden und gilt heute noch als Grundsubstanz für die Herstellung von Crystal Meth. Im Jahr 2001 wurde dann das letzte frei verkäufliche Medikament vom Markt genommen. Interessant ist, dass das heute noch frei verkäufliche Wick MediNait ebenfalls Ephedrin erhält. Wer Ephedrin kaufen möchte, kann daher in diesem Erkältungsmedikament den Stoff finden. Allerdings ist er zu gering dosiert, als dass sich damit eine anabole Wirkung erreichen ließe.

Wie wird Ephedrin dosiert?

Die Dosierung von Ephedrin hängt davon ab, zu welchem Zweck das Mittel eingesetzt werden soll. Geht es um die Steigerung der Maximalkraft im Bodybuilding oder soll Ephedrin als Fatburner verwendet werden? Allgemein gelten die folgenden Dosierungsempfehlungen:

 

  • Frauen: 8 bis 25 mg
  • Fortgeschrittene: 25 bis 50 mg
  • Zur Wettkampfvorbereitung: 50 bis 75 mg
  • Bodybuilder: 50 bis 100 mg
  • Bodybuilder vor dem Wettkampf: 100 bis 150 mg

Anfänger im Sport nehmen die gleiche Dosis wie Frauen. Wichtig: Ephedrin gilt als Dopingmittel und braucht im Urin mindestens vier Tage, bis es nicht mehr nachweisbar ist. Bei der Einnahme vor dem Wettkampf muss dies beachtet werden, um einen positiven Test zu vermeiden. ‚

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Dosierung mit dem Trainingspensum bzw. mit dem Fortschritt der eigenen Leistungsfähigkeit steigt. Doch auch für erfahrene Bodybuilder gibt es Grenzen, die bei 100 bis 150 mg liegen. Eine derart hohe Dosis kann nur über kurze Zeit eingenommen werden, denn Nutzen und Risiko verschieben sich deutlich. Das Risiko der Einnahme von Ephedrin wird hier deutlich erhöht. Auch wenn die Wirkung sehr stark sein dürfte, so kann eine hohe extrem Dosierung nicht empfohlen werden.

Um Ephedrin als Fatburner zu verwenden, wird der Stoff dreimal täglich eingenommen. Hier sollten 20 mg Ephedrin ausreichen, um binnen vier Wochen zweieinhalb bis drei Kilogramm Körpergewicht zu verlieren. Dabei müssen die bisher eingenommenen Kalorien noch nicht einmal reduziert oder das Trainingspensum gesteigert werden. Wird die Dosis erhöht, stellt sich auch hierbei ab ca. 50 mg Ephedrin pro Tag das Problem der Nebenwirkungen ein.

Häufig wird angeboten, nicht einfach nur Ephedrin kaufen zu können, sondern ein sogenanntes Stack. Das ECA Stack beinhaltet sowohl Ephedrin als auch Koffein und Acetylsalicylsäure in Kombination. Damit wirkt der Wirkstoff noch deutlich besser, die zusätzliche Einnahme von Koffein soll einen weiteren Gewichtsverlust von bis zu einem Kilogramm pro Monat erreichen. Zur zusätzlichen Einnahme von Acetylsalicylsäure wurden Tierversuche unternommen, bei denen ein weiterer Fettverlust von 28 Prozent feststellbar war. Dies deckt sich mit Beobachtungen von Anwendern, die nicht umsonst auf ECA Stacks setzen.

Welche Nebenwirkungen treten auf?

Bei einer Einnahme von Ephedrin tritt die Wirkung nach spätestens einer Stunde ein, sie kann bis zu acht Stunden anhalten. Das ist vor allem dann problematisch, wenn der Wirkstoff stark auf das Herz-Kreislauf-System wirkt. Schon bei niedrigen Dosierungen können Nebenwirkungen auftreten, die sehr unangenehm sein dürften. Vor allem Herzklopfen und Unruhe, Schlafstörungen und eine Erweiterung der Pupillen treten häufig auf. Wer Ephedrin kaufen möchte, sollte auch wissen, dass es bereits bei geringer Dosierung zu Zittern und Nervosität, zu Zuständen der Verwirrtheit und zu Verfolgungswahn kommen kann.

 

 

Gleichzeitig wird in der Literatur von Langzeitnebenwirkungen berichtet. Diese treten vor allem dann auf, wenn eine Gewöhnung an das Ephedrin eingetreten ist. Die Dosierung wird dann meist sukzessive erhöht, um dennoch eine Wirkung zu bemerken. Die Folge ist, dass auch die Nebenwirkungen steigen. Niedergeschlagenheit, Mattheit und ein allgemeines Schwächegefühl können auftreten. Außerdem sind Gedächtnisstörungen häufig, dazu kommen eine gesteigerte Aggressivität, Bluthochdruck, Leber- und Nierenschäden sowie psychische Störungen. Eine Abhängigkeit von Ephedra ist möglich.

 

Was sagt der Gesetzgeber zu Ephedrin?

Beide, sowohl Ephedrin als auch Pseudoephedrin, können als Grundstoff für die Herstellung von Crystal Meth verwendet werden. Sie sind daher in der gesamten Europäischen Union verboten und gelten als „überwachungsbedürftige Drogenaustauschstoffe“. Ephedrin ist im Zusammenhang mit Sport verboten, positive Tests können zum Ausschluss des Sportlers führen. Dabei sind Bluttests positiv, wenn der Stoff bis zu 24 Stunden zuvor eingenommen wurde.

 

 

Wann darf Ephedrin nie konsumiert werden?

Wer sich mit dem Gedanken trägt, statt erlaubter, nicht steroider Mittel lieber Ephedrin kaufen zu wollen, sollte sich vorher einem Gesundheitscheck unterziehen. Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Epilepsie, Störungen der Leber- und Nierenfunktion, Grünem Star oder einer Störung der Schilddrüsenfunktion sollten es auf keinen Fall einnehmen.
Wird Ephedrin zusammen mit sogenannten MAO-Hemmern (z. B. Antidepressiva) konsumiert, kann es zu einer unkontrollierbaren Wirkungsverstärkung kommen.

 

 

Die Herzschlagrate kann sich soweit erhöhen, dass dies zum Tod führt. Auch in Verbindung mit Alkohol ist die Ephedrin Einnahme nicht anzuraten, denn Alkohol wird durch die Einnahme nicht mehr wahrgenommen. Es besteht die Gefahr einer Überdosierung mit allen Folgen einer Alkoholvergiftung.